Militärisches Sperrgebiet
am Confluence-Punkt 52N13E

ZOOM: Allein im Wald (Foto ©AT)

ZOOM: GPS-Anzeige am Confluence Point (Foto ©AT)

ZOOM: Panzer und Bunker 200m vom Confluence Point (Foto ©AT)

   

Im Schneesturm wanderten wir von Jüterbog aus durch einen Wald und über Eisenbahngleise vorbei an Panzern und Bunkern bis zum Confluence Point 53N 13E auf dem sowietischen Militärflugplatz. Nur gut, dass die Russen schon abgezogen waren...

Andreas Tietze: " Es war der stärkste Schneefall an einem 25. März seit 1887 und ich befürchtete zu meinem Studentenjob im Winterdienst gerufen zu werden."

Andreas Leo Faulstich (ALF): "Der Flugplatz wird heute vom Drachenfliegerclub Berlin genutzt. Deshalb beeilten wir uns, damit uns keiner der Piloten zuvorkommt. Wir fühlten uns wie Amundsen oder Scott beim Wettlauf zum Südpol, einem anderen Confluence Point. Unsere Freunde hatten es vorgezogen, zu Hause in der warmen Stube zu bleiben."

Andreas Tietze: "Der feuchte Schnee setzte meiner Ausrüstung zu. Um die Batterie zu schonen, schaltete ich das GPS erst auf den letzten 500m ein. Ständig musste ich Schnee und Wasser von der Linse meiner Kamera abwischen. Und dann die kalten Finger. So waren wir auch überaus glücklich, als wir den CP lokalisierten und unberührt vorfanden. Für unsere Nachfolger stellten wir eine Gedenktafel auf. Nachdem wir die Fotos geschossen hatten, gab meine Kamera ihren Geist auf..."

Am Confluence Point stand ein Baum, der seit dem Abzug der Soldaten gewachsen war. Dort spannten wir eine Plane gegen den Wind. Wir setzten uns unter den Regenschirm und feierten den Erfolg unserer Expedition mit einer Tasse heißer Schokolade. Schließlich wanderten wir zum Bahnhof "Altes Lager" und fuhren von dort mit dem Zug 70km zurück nach Berlin.

ALF: "In der flachen Landschaft Brandenburgs, wo der höchste Hügel sich weniger als 200m über NN erhebt, ist ein Confluence Point ein dankbares und klar definiertes Expeditionsziel, zumal man als Erstbesucher nicht genau weiß, was einen dort erwartet."

Der Flughafen wurde 1914 als Luftschiffhafen gegründet. Nach dem ersten Weltkrieg mussten die Deutschen die militärische Luftfahrt einstellen. Ab 1933 bauten die Nazis den Flughafen aus. Nach dem zweiten Weltkrieg übernahmen 1945 die Sowjets den Platz und zogen 1992 infolge der Deutschen Wiedervereinigung ab. Der benachbarte Ort Niedergörsdorf erhielt einen neuen Ortsteil namens "Flugplatz". Auf dem Gelände befinden sich heute Wohngebiete, eine Go-Kart-Bahn, ein Sportflugplatz, ein Militär-Konversions-Museum und ein Landmaschinen-Museum.

Wir wünschen diesem Gebiet und allen Confluence Points auf der Welt eine friedliche Zukunft.

Jüterbog Flugplatz, 25. März 2001