Vomex (Dimenhydrinat)

Hier der Bericht meiner ersten Erfahrungen mit dem Medikament Vomex (Dimenhydrinat). Seither nehme ich Dimenhydrinat bei beginnender Seekrankheit und bin sehr zufrieden damit. Die Wirkung beginnt nach etwa einer halben Sunde. Die beschriebenen Nebenwirkungen kann ich inzwischen besser kompensieren. Sie beeinträchtigen meine Urteils- und Leistungsfähigkeit nur noch wenig, während die Seekrankheit mich weitgehend handlungsunfähig macht. Dieser Text ist ein persönlicher Erfahrungsbericht. Zu Risiken und Nebenwirkungen, wirkstoffgleichen oder alternativen Medikamenten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Ein Medikament gegen Seekrankheit gehört aber unbedingt an Bord, um die Einsatzfähigkeit und Sicherheit der Mannschaft zu gewährleisten.

Die Segeltour fing damit an, dass wir die Lebensmittel und unsere Sachen im Boot verstauten. Nachdem dies getan war, standen wir da und wunderten uns, wie wir noch auf das Boot passen sollten. Und ich fragte mich, ob ich den Aldi-O-Saft jemals wiedersehen würde.

Da zu wenig Rettungswesten vorhanden waren, protestierte ich beim Verleiher. Im Falle unseres Unterganges sollte es nicht zu unschönen Streitereien unter Freunden kommen. In meiner letzten Stunde im eiskalten Wasser möchte ich jedenfalls nicht durch Lärm und Gezerre oder durch ein schlechtes Gewissen gestört werden.

Man gab mir noch eine nagelneue Weste Größe XXL und eine zweite älteren Datums, die mir verdächtig schwer vorkam. Ich ging nach unten, suchte für mich eine passende Rettungsweste und einen Lifebelt heraus und versteckte beides hinter meinen Taschen. Dann machte ich mich auf die Suche nach dem Aldi-O-Saft.

Wir übernachteten auf dem Boot und verließen Lauterbach am Sonntag.

Die Insel Vilm blieb backbord liegen und schon schaukelten wir vor dem Wind auf östlichem Kurs. Ich begab mich in die Bugkabine und begann mit meinen Such- und Sortierarbeiten. Als die Übelkeit einsetzte ging ich nach oben. Dort saß der Rest der Mannschaft im Nieselregen und schaute angestrengt zum Horizont.

Um meine Arbeit fortsetzen zu können, schluckte ich später eine Vomex-Tablette.

Bald hatte ich keine Lust mehr, weiter herumzukramen. Das Wetter war inzwischen viel freundlicher und wärmer geworden. In bester Laune ging ich hoch und beschloss, mich ein wenig zu sonnen. Ich stellte mich aufs Dach und betrachtete das hellgrüne Wasser des Meeres, das sommerlich einladend leuchtete wie das Wasser einer tropischen Lagune. Meine Hände öffneten die Schnallen der Schwimmweste und es wurde mir leicht ums Herz und auf meinem Mund bildete sich ein breites Grinsen.

Plötzlich wurde mir klar, dass ein fremdes Wesen von mir Besitz ergriffen hatte. Unter Aufbietung meiner ganzen Konzentration zwang ich meinen Körper dazu, sich hinzusetzen und mit letzter Kraft klickte ich den Karbinerhaken der Lifeline in die Reling.

Zu diesem Zeitpunkt war uns das Tagesziel noch unbekannt. Wir könnten bis nach Usedom fahren oder auf nördlichen Kurs Richtung Sassnitz gehen. Nur unser Kapitän ahnte schon, dass es uns in den Nothafen auf die Naturschutzinsel Greifswalder Oie verschlagen könnte in die Obhut des Seenotrettungskreuzers Fritz Behrens. Dass dort am nächsten Morgen die Schiffahrtspolizei einlaufen sollte ahnte nicht einmal er. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.