Knoten fürs Yachtensegeln

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Die folgenden Knoten reichen bei unseren Yachtentouren für 99% aller Anwendungen. Wenn ein Mitsegler diese Knoten beherrscht, bin ich sehr zufrieden.

Knotenliebhabern empfehle ich das Ashley-Buch der Knoten, Das Standardwerk über Knoten mit über 3800 verschiedenen Knoten und Varianten.


Slipstek     Um bei Hafenmanövern einen Fender schnell lösbar an der Reling zu befestigen, verwenden wir den Slipstek. Der Slipstek lässt sich durch Zug am freien Ende schnell lösen. Der Sliptstek ist nicht für sicherheitskritische Anwendungen geeignet.

Webleinstek     Fender befestigen wir mit dem Webleinstek (=Mastwurf) an der Reling.

Konstriktorstek     Sicherer als der Webeleinstek ist der Konstriktorstek (=Würgeknoten). Man erhält ihn, indem man das lose Ende des Webeleinsteks über die feste Part legt und darunter durchzieht. Nach Belastung kann er schwer lösbar werden.

Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen     Eine Yacht kann und darf nicht am losen Ende einer Leine aus der Hand gehalten werden. Stattdessen legt man die Festmacherleine luvwärtig sofort mit Rundtörns um einen Poller oder Ring. Das freie Ende kann man dann halten oder mit zwei halben Schlägen sichern. (Anderthalb Rundtörns mit zwei halben Schlägen). Der Rundtörn mit zwei halben Schlägen hat den Vorteil, dass man ihn auch unter Belastung wieder leicht lösen kann. Ist das Ende der Leine zu lang, so kann man sie zum Festmachen auch an der passenden Stelle doppelt nehmen.

Roringstek     Zur sicheren Befestigung des Ankers an der Ankerleine oder eines Paddels an einer Sicherungsleine verwendet man den Roringstek. Das lose Ende sichert man dann aber besser statt mit einem halben Schlag mit einem doppelten Überhandstopperknoten. um die feste Part.

Palstek     Zum Festmachen legen wir häufig einen Palstek über einen Poller. Das lose Ende darf innen oder außen liegen, je nachdem, wo es am wenigsten stören oder herausgestoßen werden kann. Der Palstek bildet eine Schlinge, die sich nicht zuzieht. Bei rüttelnder Belastung, bei steifem oder Rutschigem Tauwerk ist der Palstek aber nicht dauerhaft sicher. Die Verbindung von Leinen mittels Palstek oder anderen Schlingen, führt auf längere Sicht zum Durchscheuern der Leinen.

Doppelter Überhandstopperknoten     Um zu verhindern, dass das lose Ende durch einen Knoten rutscht, verwendet man den doppelten Überhandstopperknoten. Wie im Bild zu sehen, kann man ihn auch um eine feste Part schlagen, zum Beispiel zum Sichern des Roringsteks oder des Palsteks. Der doppelte Überhandstopperknoten ist nach Belastung schwer lösbar.

Belegen eines Seils an einer Klampe     Auf Segelyachten werden die Festmacherleinen an Bord meistens auf Klampen belegt (Belegen an der Klampe). Die Leine wird zunächst lose zum entfernten Ende der Klampe geführt.

Seilschnecke     Sobald wir sicher im Hafen liegen, rollen wir das lose Ende der Festmacherleine gerne zu einer Schnecke. Das sieht gut und ordentlich aus. Allerdings wird das Tauwerk so leichter feucht, schmutzig oder durch Begehen verschlissen.

Aufgeschossenes Seil     Unter Fahrt werden die Festmacherleinen aufgeschossen und mit den Fendern unter den Cockpitsitzen verstaut. (Aufschießen einer Festmacherleine).

Zeppelinknoten     Ein sicherer Knoten zum Verbinden zweier auch unterschiedlich dicker Seile ist der Zeppelinknoten, der sich auch nach hoher Belastung wieder leicht lösen lässt. Er dient auch als Basis für die Zeppelinschlinge.

Schotstek     Für eine schnelle Verbindung zweier Seile verwenden wir den Schotstek. Beim einfachen Schotstek sollen die losen Enden auf der gleichen Seite liegen und das dickere Seil liegt in U-Form. Der Schotstek ist bei wechselnden Belastungen nicht sicher.

Doppelter Schotstek     Bei Seilen unterschiedlichen Durchmessers, glatten Seilen und für mehr Sicherheit verwendet man den doppelten Schotstek. Das dickere Seil liegt in U-Form.

Fischerknoten     Der Fischerknoten (=Spierenstich) verbindet Leinen, mittels wechselseitig um die jeweils andere Part gschlungener Überhandknoten. Dabei schlägt man den rechten Überhandknoten im Uhrzeigersinn und linken gegen den Uhrzeigersinn. Indem man jeweils zwei oder mehr Windungen um beide Leinen legt, bevor man das Ende durchzieht erhält man den doppelten (oder mehrfachen) Fischerknoten, der auch glatte Leinen, zum Beispiel Angelschnüre, sehr sicher verbindet. Fischerknoten lassen sich nach Belastung nur schwer lösen.

Überhandknoten     Der Überhandknoten (=Sackstich) gilt als ausreichend sicher, um gleichstarke Seile zu verbinden. Er muss mit besonders langen losen Enden geknüpft werden, weil er überrollen kann. Der Überhandknoten ist nicht für dicke und steife Seile geeignet. Mit dem Überhandknoten verbundene Seile lassen sich gut über Kanten ziehen, ohne hängen zu bleiben. Zur Erhöhung der Sicherheit kann in die losen Enden ein zweiter Überhandknoten geschlagen werden. Den Überhandknoten verwendet man übrigens auch beim Nähen mit doppeltem Faden, um das Ausrauschen des Fadens durch die Nadel oder durch den Stoff zu verhindern.

Reffknoten = Kreuzknoten     Der Reffknoten (=Kreuzknoten) wird zum Verschnüren und Verpacken und zum Reffen des Segels verwendet. Dabei sollen die Reffbändsel das Segel halten, aber nicht am Segeltuch zerren. ACHTUNG: Der Reffknoten ist nicht für sicherheitskritische Anwendungen geeignet. Locker geschlagen und bei wechselnden Belastungen kann er durchziehen und er kann in eine unsichere Form kippen, wenn er an einer Kante hängen bleibt oder wenn man an einem der losen Enden zieht. Eine Variante des Reffknotens ist übrigens der Schuhknoten.

Ankerstich     Mit dem Ankerstich kann man Reffbändsel oder andere kurze Seile, die man bereithalten möchte, über die Reling hängen. Außerdem sichern wir mit dem Ankerstich an Seilschlaufen befestigte Gegenstände schnell an einem Pfosten, Ring, durchgehenden Seil oder einer anderen Schlaufe: Schlaufe um den Pfosten, Gegenstand durch die Schlaufe.

Prusikknoten     Sollte es einmal nötig werden, an einem Seil nach oben zu klettern, verwendet man den Prusikknoten. Mit drei am Steigseil befestigten Prusikschlaufen (zwei Fußschlaufen und einer Sicherungsschlaufe) kann man an einem Seil nach oben klettern. Ohne Belastung lässt sich der Prusikknoten verschieben. Wird er von der Schlaufe her belastet, klemmt der Prusikknoten. Das Schlaufenseil sollte etwa die halbe Dicke des Kletterseils haben. Die verwendeten Schlaufen werden gerne mit dem mehrfachen Fischerknoten geschlossen. ACHTUNG: Wenn man direkt am Prusik-Knoten zieht rutscht er. In Panik hält man ihn dann noch fester und rutscht erst recht. Deshalb muss ausgeschlossen werden, dass der Seilkletterer an allen Prusikknoten gleichzeitig direkt zieht oder es sind geeignete weitere Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen.

Stopperstek     Mit dem Stopperstek kann man den Zug aus einer unter Spannung stehenden Leine übernehmen, zum Beispiel um dort einen Knoten lösen zu können.

Achtknoten     Den Achtknoten verwenden wir als Stopperknoten am Ende der Vorschoten einer Jolle, um das Ausrauschen durch das Umlenkauge zu verhindern. Der Achtknoten ist nicht für sicherheitskritische Anwendungen geeignet.

Belegen des Falls an der Klampe     Nach dem Setzen des Vorsegels und des Großsegels einer Jolle belegen wir das jeweilige Fall an der passenden Klampe (Belegen an der Klampe). Der das Ganze sichernde Kopfschlag muss von oben gesteckt werden, damit er nicht abfallen kann.

Fall aufschießen     Die losen Enden der Fallen schießen wir auf und hängen sie über die Klampen (Aufschießen des Falls).